Erfolgreiche Inkontinenz-Therapie mit Biofeedback

 

Bereits seit Anfang der 70er-Jahre wird die Inkontinenz-Therapie mit Biofeedback durchgeführt. Das Biofeedback-Training ist eine bewährte Technik aus der Lernpsychologie. Biofeedback kann bei Inkontinenz eine Heilung ohne Medikamente und chirurgische Eingriffe bewirken. Die Patienten erlangen die Kontrolle des Sphinkter- oder Beckenbodenmuskels durch akustische und visuelle Wahrnehmung wieder zurück. Biofeedback erlaubt eine rasche und objektive Kontrolle ob die Übungen richtig durchgeführt werden und verstärkt zudem die Motivation die Übungen selbstständig zwischen den Arztbesuchen auch zu Hause fortzusetzen.

Die Inkontinenz-Therapie mit Biofeedback ist einfach zu erlernen, erspart viele Arztbesuche und aufwendige pflegerische Maßnahmen sowie teils unnötige chirurgische Eingriffe. Mit den preiswerten Heimtrainern ist man in der Lage das Training in der gewohnten häuslichen Umgebung selbst durchzuführen. Die Biofeedback-Therapie bringt Besserung oder Heilung eines Leidens das vielfach menschlich und sozial isoliert.

 

Stuhlinkontinenz

Die Symptome der analen Inkontinenz bestehen in unkontrollierter Darmentleerung oder im unbemerkten Ausfließen dünner Stuhlbestandteile. Stuhlinkontinenz ist fast immer heilbar. In mehr als 60 % aller Fälle ist die Stuhlinkontinenz funktioneller Natur. Eine der Methoden mit sehr gutem Therapieerfolg ist das Sphinkter-Training in Verbindung mit einer Verhaltensänderung. Durch Biofeedback lassen sich in den meisten Fällen unnötige chirurgische Eingriffe vermeiden. Auf jeden Fall bringt die Biofeedback-Therapie eine Besserung. Ziel des Biofeedback-Trainings ist es die Kontraktionskraft der Sphinkter- und Beckenbodenmuskulatur zu verbessern. Der Erfolg des Trainings ist in der Regel unabhängig von der Störung die der Inkontinenz zugrunde liegt. Biofeedback ist vor allem dort erfolgreich, wo eine organische Ursache der Inkontinenz und eine starke Motivation zum Überwinden dieses Leidens vorliegt. Die meisten Übenden werden im Verlauf des Trainings wieder kontinent und bleiben es auch. Ein bewährtes Therapieprogramm besteht aus zwei Teilen:

  1. dem Training unter ärztlicher Aufsicht, zu dem der Patient ca. 6 Wochen lang einmal in der Woche für ca. eine Stunde in die Praxis zur Nachkontrolle kommt.
  2. dem Heimtraining, für das der Patient angewiesen wird, die unter ärztlicher Aufsicht erlernten Übungen zweimal täglich je 20 Minuten durchzuführen. Normalerweise ist der Patient nach weniger als 40 Übungsstunden symptomfrei.

Häufig wird das Biofeedback-Training mit Maßnahmen zur Änderung der Stuhlganggewohnheiten kombiniert, gegebenenfalls auch mit einer medikamentösen Behandlung. Dabei besteht die Verhaltensänderung vor allem darin, den Patienten zu regelmäßigen Besuchen der Toilette zu festen Tageszeiten aufzufordern.

Harninkontinenz

MYOSTIM

Harninkontinenz bezeichnet das Unvermögen, den Urin willkürlich zurückzuhalten und äußert sich im ungewollten Harnabgang. Für die Betroffenen entsteht daraus, wie auch bei der Stuhlinkontinenz, ein großes soziales und hygienisches Problem. Harninkontinenz ist in erster Linie ein Leiden von Frauen. Eine Gruppe, die in besonderem Ausmaß unter Harninkontinenz zu leiden hat, sind Frauen in der Zeit um das Klimakterium und danach. Von den Frauen über 45 Jahre zeigen Untersuchungen zu Folge etwa die Hälfte Zeichen von Inkontinenz. Von diesen Frauen sucht jedoch nur ein sehr geringer Teil wegen dieses Leidens den Arzt auf, um sich behandeln zu lassen. Weil die Beschwerden als natürlich und altersbedingt betrachtet werden und weil das Beschwerdebild aus Gefühlen der Scham oftmals tabuisiert wird, vergehen zwischen den ersten Symptomen und dem Arztbesuch oft mehrere Jahre.

Es gibt verschiedene Formen der Harninkontinenz. Unter der sogenannten Stressinkontinenz leiden mehr als 10 % aller Frauen - darunter auch viele junge Frauen. Bei plötzlichen Bewegungen geht ungewollt etwas Urin ab. So sind Lachen oder Niesen oftmals die Auslöser. Ursache daran ist meistens eine schwache Beckenbodenmuskulatur, die durch große Belastung z.B. während der Schwangerschaft an Elastizität verloren hat. Man spricht von einer Beckenbodensenkung. Eine Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit und Besserung des unwillkürlichen Urinverlustes sind gymnastische Übungen der Beckenbodenmuskulatur mit Unterstützung durch Biofeedback. Das Training der Beckenbodenmuskulatur dient zur Vorbeugung und Behandlung unkontrollierten Urinabgangs. Dabei sollen die Muskeln des Beckenbodens und der Harnröhre so gestärkt werden, dass auch bei Druck auf die Blase durch Husten, Heben, Lachen usw. ein vollständiger Verschluss bestehen bleibt. Die Behandlungserfolge bei Harninkontinenz liegen mit der Biofeedback-Methode bei über 75%. Im Beckenboden liegen die Muskeln, die Organe im Bauch nach unten hin abstützen. Von dieser geschwächten Funktion sind dabei oft auch die Schließmuskeln des Afters und der Blase betroffen. Die meisten leiden dann nicht nur unter Stress-, sondern häufig auch unter Stuhlinkontinenz. Doch wie alle Muskeln lassen sich auch die Schließmuskeln trainieren und kräftigen. Allerdings haben viele Frauen Schwierigkeiten mit dem Beckenbodentraining, da es gar nicht so leicht ist, die entsprechende Muskulatur zu erfüllen. Das Biofeedbackgerät zeigt in diesen Fällen optisch und akustisch sofort an, wenn die richtige Muskulatur aktiviert wird. Innerhalb kürzester Zeit lernen die Patienten so, ihre Übungserfolge durch die gezielte Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur positiv zu beurteilen und in Verbindung mit einer Besserung der Symptomatik als Behandlungserfolg einzuschätzen.